Am 04.07.98 fand ab 10 00 Uhr
am Schäfersee in Reinickendorf eine von der Bezirksbürgermeisterin
Marlies Wanjura initierte Gewässerreinigung unter reger Teilnahme
der Taucher des TSV Berlin-Wittenau statt.
Wie abgesprochen traf man sich
pünktlich um 10:00 Uhr und begann einen kleinen Gartenpavilion aufzubauen,
womit wir schon die ersten unglaubwürdigen Blicke auf uns zogen.
Glaubten da etwa einige Anwohner,
ob wir im Naturschutzgebiet bei ca. 15°C und Nieselregen eine Grillparty
veranstalten wollten, oder so? Ganz mit den Köpfen schüttelten
die inzwischen schon zahlreichen Schaulustigen dann, als die ersten ihre
Tauchklamotten anrödelten und sich in Richtung Wasser begaben.
Um langsam Licht ins Dunkel (nicht
unter Wasser, was eh sinnlos gewesen wäre) zu bringen, fingen diejenigen,
die für die Überwasserreinigung abgestellt waren an, den Uferbereich
von nicht dorthin gehörenden Dingen wie Dosen, Flaschen, Styropor
u.s.w. zu säubern.
Dabei wurde bewußt darauf
verzichtet, in den Schilfgürtel einzudringen, da dort wie bekannt
allerlei Getrier Zuflucht sucht. Jetzt wurde auch dem letzten klar, daß
hier etwas für den in seinem Zustand stark bedrohtem Schäfersee
getan werden sollte. Gregor, der erst mal nur mit ABC ins Wasser ist, um
die Lage zu peilen wurde auch gleich durch tasten fündig und gab dann
für die Gerätetaucher grünes Licht, die über die Entenleiter
ins Wasser mußten, da die Böschung etwas zu steil war. Glücklicherweise
ist der Uferstreifen unter Wasser mit Steinen befestigt, da man sonst wohl
gleich im Schlamm versunken wäre. In den nächsten 1,5 Stunden
holten wir dann so einiges aus dem Wasser, wo wir uns auch gefragt haben,
wie kommen die schweren Sachen so weit weg vom Ufer auf den Grund. Darunter
waren unter anderem 2 betonbe-schwerte Mülleimer, 1 ca. 70 kg schwerer
Gußheizkörper, 1 Einkaufswagen ( die Mark war schon raus), 1
Motorrad- & 1 Fahrrad-rahmen, Rettungsringhalter und die üblichen
„Kulturgüter“, die nun im Wasser überhaupt nichts zu suchen haben.
Von den Anwohnern war immer wieder
die Frage zu hören, „Ist da überhaupt was zu sehen?“ und die
Meinung, daß es auch mal Zeit wird, hier den Müll zu beseitigen.
Nachdem für die erschienene
Presse die Fotos im Kasten, und aller Müll (ca. 2m³) in die von
der BSR bereitgestellten Container verfrachtet worden war, gab es für
alle beteiligten die von Fr. Wanjura mitgebrachten Brötchen zum zweiten
Frühstück. Gegen 13 00 Uhr begann man so langsam damit die Klamotten
einzuladen und sich auf die Dusche zu freuen, nicht aber wegen der Kälte,
sondern viel mehr wegen des etwas abartigem Geruches, welcher einen langsam
umgab, denn nicht nur die Sichtweite entsprach einer besseren Jauchekute.
Insgesamt war die Veranstaltung ein Erfolg und es werden andere Aktionen
dieser Art auf jeden Fall folgen.
