50 m Tauchtiefe bei nur 8 m Wasser über dem Kopf
 
 

Zweimal im Jahr mietet sich unsere Tauchabteilung für einen Abend die Tauchturmanlage der DLRG Berlin,
in welcher Tauchtiefenbis 150 m simuliert werden können.

Der Tauchturm besteht aus einer insgesamt 12 m hohen Stahlröhre an der sich am unteren Ende die Arbeitskammer
und am oberen Ende die Turmkammer befinden. Arbeitskammer und Stahlröhre sind mit 31000 Litern Wasser gefüllt.

Soll z.B. eine Tauchtiefe von 50 m simuliert werden, wird nachdem die Taucher die Turmkammer durch eine runde Luke
bestiegen haben, hinter ihnen die Luke geschlossen. Von außen wird durch das Bedienungspersonal Druckluft auf die
gesamte Anlage gegeben,bis der Umgebungsdruck einer Tauchtiefe von 42 m entspricht.
Wenn die Taucher jetzt die restlichen 8 m bis zur Arbeitskammer abgetaucht sind umgibt sie ein Druck,
der einer Wassertiefe von50 m entspricht.

Normalerweise werden die sogenannten Druckkammerfahrer von der DLRG gestellt, aber unser Verein ist in der
glücklichen Lage mit Wolfgang Gerke einen eigenen Kammerfahrer als Mitglied zu haben.
Unterstützt wird er bei der Arbeit von Dietmar Nitz. Beide sind Taucher der Berliner Polizei.

Und so ungefähr läuft ein Vereinsabend etwa ab:

Nachdem die ersten Taucher im Aufenthaltsraum vor der Druckkammer eingetroffen sind, nehmen Jens und Andreas,
die Gruppeneinteilung vor. Die Mindestgruppenstärke beträgt 3 Taucher, max. dürfen sechs je Tauchgang dabei sein.
Nachdem die Logbücher und ärztlich bescheinigten Tauchtauglichkeiten kontrolliert wurden,  übernimmt Dietmar die
Einweisung der Taucher. Für diejenigen, die das Erste mal dabei sind fällt die Einweisung etwas ausführlicher aus.

Nach der Einweisung begibt sich die erste Gruppe in die Turmkammer. Nachdem die Turmluke geschlossen und das
o.k. Zeichen durch die 50 mm starke Acrylglasscheibe nach außen gegeben worden ist, beginnt der Druckaufbau.
Innerhalb von 3 Minuten steigtder Umgebungsdruck auf 5,2 bar. Jetzt taucht die Gruppe die restlichen 8 m ab,
und befindet sich in 50 m Tiefe.Nach 9 min Grundzeit wird per Lichtsignal das Zeichen zum Auftauchen gegeben.
An der Wasseroberfläche angekommen, legen alle ihre Geräte ab und es wird mit der Druckentlastung der Kammer begonnen.
Der erste Dekostop ist für 9 m vorgesehen. Für Dietmar kommt jetzt der schwierigste Teil der Arbeit.
Nachdem der Druck entsprechend reduziert wurde, muß jetzt der Druck konstant bei 1,9 bar gehalten und zusätzlich
für den entsprechenden Luftaustausch in der Kammer gesorgt werden.
Nach 2 weiteren Dekostops auf 6 & 3 m kommen alle Taucher nach einer Gesamtzeit von 44 min wieder aus der Kammer.
Nach einem kurzen Check  und der Frage nach dem Befinden, wird die erste Gruppe zum Saunagang oder zum Essen fassen entlassen.
In der Zwischenzeit hat die zweite Gruppe ihre Ausrüstung fertig gemacht und steht zum Einstig in die Kammer bereit.
30 min nach Beendigung des Tauchganges wird noch ein Nachcheck durchgeführt.
 

Wolfgang & Martin

Last update 31.12.99