Jugendfahrt an den Helenesee - ein Experiment
 

Es sollte ein Versuch werden und er ist gar nicht schlecht gelungen. Samstag früh um acht bereits mußten sich unsere Jugendlichen am Treffpunkt einfinden, was sicherlich dem einen oder anderen schwer gefallen sein dürfte. Aber auch Gregor und ich, die wir als Betreuer die anstehende Jugendfahrt begleiten wollten, waren nicht übermäßig frisch. Nach einer ruhig und normal verlaufenen Fahrt und dem obligatorischen schleppen der Ausrüstung zu den Bungalows war folgerichtig auch erst einmal eine Verschnaufpause angesagt. Es folgte der erste Tauchgang im Helenesee, der noch erstaunlich gute Sicht hatte und bis 6 oder 7 Meter nicht einmal besonders kalt war.
Aufgrund des angekündigten schlechten Wetters war die Anlage nicht übermäßig voll. Das machte sich auch im Wasser bemerkbar. Dennoch begegneten wir bereits auf diesem ersten Tauchgang zahlreichen Spezialisten, die sich offensichtlich zum Ziel gesetzt hatten, mit ihren Flossen den Grund des Sees umzugraben. Unsere Jugendlichen hatten zwar auch einige Schwierigkeiten mit ihrer Tarierung, diese gaben sich aber nach einigen Minuten und es wurde deutlich, daß sich Training in der Halle eben doch bemerkbar macht. Am Gruppenverhalten mußten wir naturgemäß noch etwas feilen, aber das war bei Tauchschülern, die gerade ihr Bronze absolviert hatten auch nicht anders zu erwarten. So verlief der erste Tauchgang ohne besondere Vorkommnisse. Im Gegenteil ausgesprochen zufriedenstellend. Danach machte sich unter unseren Kids die Müdigkeit breit und sie verschwanden für die nächste Zeit in ihre Betten. Auch am dann folgenden Nachmittag waren die Jungs nicht richtig für weitere Tauchgänge zu begeistern sondern streuselten lieber über das Gelände. Zum Glück der angereisten Ausbilder erschienen noch zwei Erwachsene, die vor hatten einige Tauchgänge zu absolvieren. Sonst hätten Gregor und ich den ganzen Nachmittag verschlafen können. Während des abendlichen Grillens kam dann die Lust zum Tauchen  unter unseren Jugendlichen wieder auf. Sie hatten am Mittag erfahren, daß sie heute noch zu ihrem ersten Nachttauchgang kommen würden – vermutlich haben sie ihre Kräfte für diesen geschont. So begann denn also nach dem Grillen das Anlegen der Ausrüstung unter den Erschwernissen der Dunkelheit. Nach der Verteilung der Lampen übernahm Gregor die Führung einer losen Vierergruppe. Wir wollten in die Bucht Richtung Taucherglocke und Gregor zweifelte, ob er sie denn treffen würde. Er fand sie, hatte aber nichts davon, da er in der Formation ganz links tauchte und von dort nichts sehen konnte. Damit war es für mich an der Zeit, die Formation zu lösen und mit meinem Partner einen Moment zu verweilen. Auch auf diesem Nachttauchgang erwiesen sich die mitgereisten Jugendlichen als ausgesprochen diszipliniert, so haben sie im Gegensatz zu einigen, die wir so trafen, schon begriffen, daß man die Lampe nicht dazu verwendet, um den Partner zu blenden und daß man Fische nicht so lange anleuchten muß, bis sie aufwachen. Nach dem Tauchgang hielten wir es noch einige Zeit quatschend vor dem Bungalow aus, ehe uns alle der Bettzipfel rief.
Am nächsten Tag folgte auf ein ausgedehntes Frühstück ein erster Tauchgang – nur so zum Restluft veratmen. Nach einer kleinen Pause hatten wir uns noch ein größeres Stück Arbeit vorgenommen, einen Tauchgang mit vorheriger Wanderschaft, hinten vom FKK-Strand zurück bis vor das Bungalow. Was man sich von unserer kommenden starken Generation so anhören muß, wenn die ihr Gerät mal drei Meter zu tragen haben... Der Tauchgang selbst führte uns immerhin in eine Tiefe von 23 Metern und war über 50 Minuten lang. Dabei merkte man deutlich, daß das Wochenende unseren Schülern viel an Erfahrung Gebracht hat, denn nun gab es keinen Grund zur Beanstandung mehr. Nach diesem krönenden Abschluß hieß es Sachen packen, Zelt abbauen und ab nach Hause.
Alles in allem ein gelungener Ausflug, für die Betreuer nicht übermäßig anstrengend, wir fahren sicher im nächsten Jahr wieder.

jek