Wie in so vielen Vereinen auch,
wurde bei uns der Ruf nach einer "organisierten" Vereinsreise mit den Jahren
immer lauter. Im Herbst´99 setzten sich 3 Pärchen zusammen,
um sich an die Planung zu machen. In der ersten Zeit wurden Kataloge und
Tauchzeitschriften gewälzt, um ein geeignetes Ziel ausfindig zu machen.
Um möglichst viele Leute anzusprechen sollte es ein kinderfreundliches,
nicht zu weit entferntes und kostengünstiges Ziel sein. Durch entsprechende
Artikel in der "Tauchen" und "Unterwasser" sind wir auf das Hotel Sirtaki
in Dahab aufmerksam geworden. Nach einigen Mail- & Telefonkontakten
sowie einem persönlichen Gespräch auf der Boot 2000, haben wir
dann entschlossen 14 Tage in den Sinai zu fliegen. Den Abreisetermin legten
wir auf den 19.09.00. Zwischenzeitlich war die Gruppe der Reiseinteressierten
auf insgesamt 14 Personen angewachsen.
Schon bei den Vorbereitungen
haben wir viel Spaß gehabt. So wurde z.B. die Frage nach Umfang und
Inhalt der Reiseapotheke zur Belustigung aller, immer wieder neu aufgeworfen.
Weiterhin war zu klären, wer welche Ersatzteile mitnimmt und ob ein
Wasserkocher für 14 Personen ausreicht?! Nachdem alle Vorbereitungen
getroffen waren, entschlossen wir uns zu einem "Vorabend Check-in" am Flughafen.
Dies war auch gut so. Es hat sich gezeigt, daß das Personal unseres
Hauptstadtflughafens hoffnungslos mit dem Zuordnen des Gepäckes zum
richtigen Flug überfordert war.
Am Abflugtag selber trafen
wir uns dann um 5:00 Uhr auf dem Flughafen, um nach einer Zwischenlandung
in München, gegen 14:00 Uhr in Sharm El Sheik anzukommen. Allen, die
schon öfters in Ägypten waren, brauche ich das Chaos, welches
auf dem Flughafen herrschte, nicht zu erörtern. Nachdem die Visa gekauft,
3 Gepäckwagen organisiert waren und sich alle Koffer wieder angefunden
hatten, konnten wir uns auf den Weg zum Hotelbus machen. Hier mußten
wir nochmal eine knappe Stunde warten, weil nicht alle unserer Reisegruppe
mit dem gleichen Flugzeug ankamen. Das Verstauen des Gepäckes ist
eine Geschichte für sich, aber irgendwie hat dann doch alles auf das
Busdach gepaßt und die Fahrt zum Hotel konnte beginnen.
Auf der Fahrt quer durch den kargen Sinai stellte sich immer wieder die Frage, wie kann es unter Wasser so schön sein, wenn an Land kaum ein Baum wächst?
Nach
einer guten Stunde Fahrt, durch das Hinterland des Sinais, kamen wir nach
Dahab. Wir konnten schon von weiten das weiß-blaue Hotel erkennen,
wollten aber nicht so richtig unseren Augen trauen. Als der Kleinbus dann
aber vor dem Hotel hielt glaubten wir erst, es ist nur ein kurzer Zwischenstop.
Kurz darauf war es aber sicher, hier müssen wir die nächsten
2 Wochen irgendwie überleben!


Am ersten Urlaubstag
ging es dann nach einer kurzen Einweisung, wie der Betrieb auf der Basis
läuft, gleich ans Tauchen. Da der Einstieg vom Lighthousereef nicht
mal 50 m von der Hotelbasis entfernt ist, bot sich das Riff für einen
ersten Eingewöhnungstauchgang natürlich an. Vorbei an den ersten
Rotfeuerfischen im knietiefen Wasser und einer großen Salatkoralle
bei knapp 10 m fielen besonders die allgegenwärtigen Langnasendoktorfische
auf. Auf 45 m trafen wir dann auf einen großen Korallenblock mit
einer grauen Riesenmuräne.
Im 20 m Bereich tauchten
wir weiter an der Riffkante entlang und drehten nach knapp 30 Minuten um,
um in aller Ruhe auf 10 - 15 m zurück zum Einstieg zu dümpeln.
Ganz nebenbei begegnete uns noch die Hausriffschildkröte, die wir
dann fast jeden Tauchgang sahen.


Nach gut 90 Minuten kamen
wir wieder am Ausstieg an und waren positiv überrascht von dem noch
recht guten Gesamtzustand des Hausriffes.


Am nächsten Tag ging es dann zur ersten Ausfahrt perJeep.
Das Verladen der Ausrüstung
und Verteilen der Sitzplätze lief noch recht gut ab. Nachdem aber
die befestigten Straßen zu Ende waren, wurde es recht ungemütlich
auf der Lade- & Sitzflächedes Pickups. Nach einer guten 3/4 Stunde
Fahrt und einigen Kontrollpunkten kamen wir am Tauchplatz "Um Sid" an.
Hier ging es dann nach einem kurzen Briefing ans anrödeln und tauchen.
Um es kurz zu machen, es war auch nicht mehr als am Hausriff zu sehen,
was aber nicht negativ gemeint ist. Nach dem Tauchgang ging es dann in
aller Eile wieder zurück zum Hotel.Leider wurde nach dem Tauchgang
seitens der Jeepfahrer immer etwas Hektik gemacht. Einpacken der Tauchklamotten
in aller Ruhe war nicht möglich. Am Nachmittag steuerten wir dann
per Jeep den Tauchplatz "Canyon" an. Auch hier gab es bis auf eine Höhle
mit unzähligen Glasbarschen nicht soviel anderes zu sehen, als an
den Tauchplätzen vorher.



Am
dritten Tauchtag ging es zum "Blue Hole". Da in den Artikeln der entsprechenden
Tauchzeitschriften sehr positiv über diesen Tauchplatz geschrieben
wurde und wir sonst auch schon viel darüber gehört hatten, waren
wir entsprechend gespannt. Nach einem kurzen inhaltlosen Briefing ging
es dann zum Einstieg des Tauchplatzes "Bells".
Hier ist im Laufe der Jahrtausende
im Riff ein Überhang in Form einer Glocke entstanden. In diesem Schacht,
kann man bei ca. 10 m ins "Blaue" tauchen oder sich schön bis auf
ca. 35 - 40 m abfallen lassen. Wir haben uns für den zweiten Weg entschieden.
Auf 40 m angekommen lösten
wir uns von der Steilkante und schlugen den Weg entlang der wunderschön
bewachsenen Riffkante, Richtung Blue Hole ein. Fast hätte man vergessen
können an die Nullzeit zu denken. Hier an der Außenkante des
"Blue Hole" war mehr zu sehen als im Loch selber. Unter anderem schwarze
Korallen mit dem so scheuen Langnasenbüschelbarsch.
Nach ca. 15 -20 min sind wir
dann am Übergang zum Blue Hole auf 7 m angekommen. Im Hole selber,
war recht wenig Korallenbewuchs und Fisch zu sehen. Dafür gabs umsomehr
Schwebeteilchen, die die Sicht auf ca. 20 m beschränkten. Bei einem
weiteren Tauchgang an diesem Spot ließen sich 2 von uns mal im "
Blue Hole" selber bis zum Durchbruch zur Außenkante auf ca. 55 m
fallen und traten den Aufstieg dann an der Außenseite an. Insgesamt
ist das Tauchgebiet am "Blue Hole" nicht schlecht, aber auch nicht so toll,
wie erwartet.
Da sich die Ausfahrten zu
den Tauchplätzen wiederholten, und die Jeeps nun mal nicht die bequemsten
waren, beschränkten wir das Tauchen in der zweiten Woche auf das Hausriff.
Da das "Lighthousereef" wie schon oben erwähnt noch sehr gut intakt
ist, gab es hier auch noch reichlich zu sehen. Durch die Entscheidung nur
noch am Hausriff tauchen zu gehen, konnte man sich mehr Zeit lassen und
sich jeden Felsspalt genauer ansehen. Dabei entdeckten wir bestimmt so
einiges, was vielen anderen verborgen blieb.





Natürlich machten wir
auch den einen oder anderen Nachttauchgang. In der Riffwand wimmelte es
nur so von Garnelen und überall wanderten Federsterne über das
Riff.



Da sich inzwischen auch das
Wetter verschlechterte und das Wasser ziemlich aufgewühlt war, freuten
wir uns alle nach 14 Tagen wieder nach Hause zu kommen. Dazu kam, daß
wir uns alle nicht an das Essen im Sirtaki gewöhnen konnten und einige
in den 14 Tagen bis zu 5 kg abgenommen hatten. Nochmal werden wir bestimmt
keine 14 Tage Urlaub in diesem Ort oder Hotel machen. Wer aber an die Unterkunft
und das Essen keine großen Ansprüche stellt und einfach nur
Tauchen will, der kann im Sirtaki prima seinem Hobby nachgehen. Mit etwas
Glück kostet die Woche dann ca. 1000,- DM (Flug, ÜF, Hausrifftauchen).
Man muß es aber sagen wie es ist, mehr ist das Sirtaki auch nicht
wert.
Wer weitere Fragen hat, dem
versuche ich die gerne per Mail zu beantworten.
Martin

